Vom 01.09.17 bis zum 09.09.17 war ich mit 135 ASF -Freiwilligen auf dem Vorbereitungsseminar in Hirschluch, in der Nähe von Berlin.
Falls ihr euch fragt, warum nicht alle 180 Freiwilligen dort waren, das liegt daran, dass es sich bei den Projekten in Großbritannien und in Polen um so genannte "Tandemprogramme" handelt.
Das bedeutet, dass alle deutschen Freiwilligen in Großbritannien mit einem/-r polnischen Freiwilligen zusammen arbeiten und leben und in Polen mit einem/-r ukrainischen Freiwilligen.
Alle diese Freiwilligen haben zusammen ein separates Vorbereitungsseminar.
Am 01.09 ging es für mich und meine beiden Freundinnen Klara und Marie, die mit ASF nach Amsterdam und Haifa gehen mit dem Zug los nach Berlin.
So einfach wie sich das anhört war es aber natürlich nicht, denn am Bahnsteig gab es dann erst einmal einen sehr traurigen und tränenreichen Abschied, bei dem nicht nur unsere 3 Familien sondern auch viele unserer Freunde anwesend waren.
Falls ihr das hier lest, es hat mir so viel bedeutet, dass ihr da wart!!
Nachdem wir dann im Zug waren und endlich unsere Tonnen an Gepäck mit einiger Hilfe von netten Menschen verstaut hatten, konnte unser Abenteuer endlich losgehen.
Leider verlief auch die Fahrt an sich nicht besonders stressfrei, da auf Grund eines Polizeieinsatzes in Berlin einige Züge nicht gefahren sind und wir so an verschiedenen Bahnhöfen erst ewig warten und dann auf den Schienenersatzverkehr ausweichen mussten.
Zum Glück haben wir aber schon am Hbf in Berlin unzählige andere ASF Freiwillige getroffen, sodass wir den Weg gemeinsam bestreiten konnten.
Natürlich kannten wir die meisten Freiwilligen vorher noch nicht, nur einige wenige von der Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz, an der wir im Juli teilgenommen hatten, aber glaubt mir, die erkennt man ;)
Um die 18 Jahre alt, schwer beladen mit Koffer und Wanderrucksack oder anderen Taschen, etwas nervös aber freudestrahlend.
Zuerst wirft man sich dann ein paar fragende Blicke zu, bis sich jemand traut zu fragen: "Seit ihr auch von ASF?".
Als wir dann gegen Spätnachmittag endlich angekommen sind, waren fast alle anderen Freiwilligen bereits da. Der erste Abend begann dann mit einer Begrüßungsrunde im Plenum und einem anschließenden Treffen in den verschiedenen Ländergruppen.
Das Seminar wurde von mehreren Teamern geleitet und begleitet, die alle ehemalige Freiwillige sind und von denen für jedes Land und jeden Projektbereich mindestens einer dabei ist.
Dieses Jahr waren drei Teamer dabei, die ihr Jahr in Norwegen verbracht und am ersten Abend unser Ländergruppentreffen geleitet haben.
Dieser Abend war aber auch das einzige "organisierte" Treffen mit der Ländergruppe, denn den Rest des Vorbereitungsseminars haben wir größtenteils in unseren Kerngruppen und in verschiedenen Workshops verbracht, die wir selber wählen konnten.
In den Kerngruppen finden sich die Freiwilligen zusammen, die im gleichen Projektbereich arbeiten werden, denn beim Vorbereitungsseminar geht es erst einmal um die Arbeit im Projekt und um den Freiwilligendienst an sich und noch nicht so sehr um die verschieden Länder, denn dafür gibt es danach ja noch die Orientierungstage.
"Geleitet" wird jede Kerngruppe von einem Teamer, der ebenfalls im gleichen Projektbereich gearbeitet hat.
Da in manchen Projektbereichen sehr viele Freiwillige arbeiten, gibt es für manche Bereiche mehrere Kerngruppen. Zum Beispiel gab es drei Kerngruppen mit Freiwilligen, die mit Menschen mit Behinderung arbeiten werden.
Die folgenden 9 Tage sind sehr schwer in einem Post zusammenzufassen.
Auf der einen Seite weil wir wirklich ein straffes aber auch unglaublich abwechslungsreiches und interessantes Programm hatten aber auch weil einfach so viele Eindrücke und Gedanken auf mich eingeprasselt sind.
Weil ich garnicht alles aufzählen kann und weil ich auch irgendwie nicht alles verraten will, für diejenigen unter euch die vllt noch später mit ASF ins Ausland gehen versuche ich jetzt mal von ein paar Sachen zu berichten, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind.
Zuerst wäre da die erlebnispädagogische Geländerallye... Klingt öde, war aber ziemlich cool!
Die verschiedenen Kerngruppen sind mit einem Gruppennamen und einem Schlachtruf bewaffnet in Gruppen- und Teambildingspielen gegeneinander angetreten und auch wenn wir am Ende nicht auf dem Treppchen gelandet sind haben wir mit der Zeit einen unglaublichen Kampfgeist entwickelt und es hat unglaublich Spaß gemacht sich in der eigenen Gruppe gegenseitig anzufeuern.
Als nächstes wären da die kreativen Workshops und eigentlich allgemein der ganze Mittwoch.
Denn am Mittwoch war nach einigen Tagen früh aufstehen und nach Tagen mit Workshops zur NS-Geschichte und zu den verschiedenen Projektbereichen Entspannung und Ausschlafen angesagt.
Man konnte bis 12:45 zum Brunch kommen und anschließend gingen dann die Workshops los.
Ich war im Workshop Entspannung & Achtsamkeit und der war auch mal dringend nötig...
Wir haben verschiedene Entspannungstechniken gelernt, die wir auch während unseres Jahres anwenden können, haben über Stress geredet und vor allem viel Tee getrunken.
Nach diesem Tag war ich wieder fit und bereit für den Rest der Woche!
Andere Workshops die an diesem Tag angeboten wurden waren zum Beispiel Bewegung & Tanz, Kochen, eine lyrische Wanderung und viele weitere Sachen. Es war also für jeden was dabei!
Als letztes muss ich dann natürlich noch unsere phänomenale Abschiedsparty am letzten Abend erwähnen. Es wurde gelacht, getanzt und gefeiert und wir haben einfach die letzten Stunden zusammen genossen.
Da die erste Gruppe (die Amerikaner) am nächsten Morgen schon um 4:30 in den Bus zum Flughafen steigen mussten, haben die meisten einfach garnicht geschlafen.
Am nächsten Morgen folgte dann ein trauriger und (zumindest in meinem Fall) tränenreicher Abschied... Da meine beiden besten Freundinnen ebenfalls mit ASF ins Ausland gehen war es für mich nochmal besonders hart sie gehen zu sehen!
Es ist glaube ich schwer vorstellbar, was für eine Stimmung auf so einem Seminar herrscht, wenn alle in wenigen Tagen für ein Jahr ins Ausland aufbrechen und es ist unglaublich wie eng man mit Menschen, die man vorher noch nie gesehen hat in 9 Tagen zusammenwachsen kann.
Natürlich gibt es bei 135 Leuten auch nach 9 Tagen noch Gesichter die einem eher unbekannt vorkommen und Namen, die man noch nicht kennt, aber mit vielen Freiwilligen knüpft man durch verschiedene Gruppen und Workshops Kontakt, führt interessante Gespräche und freundet sich an.
Ich habe durch ASF schon jetzt so viele neue Freundschaften diazugewonnen, von denen ich hoffe das sie auch über das Jahr hinaus bestehen werden und das man sich während des Jahres hoffentlich mal gegenseitig besucht.
Am liebsten würde ich während meines Jahres in alle Länder reisen, weil es überall jemanden gibt, der mir ans Herz gewachsen ist!
Ok jetzt ist dann auch mal genug mit schwärmen... Sorry, dass es so lang geworden ist, aber ich habe wirklich versucht mich kurz zu halten :D
Ich hoffe ihr habt einen guten Einblick in unser Vorbereitungsseminar bekommen und an alle ASFler die das hier lesen, ich hab euch lieb ❤
In diesem Sinne, bis bald meine Lieben!
Eure Helena
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