Samstag, 2. Juni 2018

Familie & venner dag

Hallihallo,
heute war in Granly der alljährliche "Familie & Venner dag" (dt.: Familien & Freunde Tag), der jedes Jahr am ersten Samstag im Juni stattfindet.
Dort können die Familien und Freunde der Bewohner vorbeikommen, sich die Häuser anschauen, sehen wie die Bewohner arbeiten und einfach Zeit mit ihren Lieben verbringen.
Ich muss dieses Wochenende eigentlich nicht arbeiten, aber habe mich für eine etwa Schicht in Birkely eingetragen, weil ich Lust hatte am Tag der offenen Tür zu arbeiten.
Die Bewohner reden auch schon seit Wochen von nichts anderem mehr und haben sich riesig gefreut.
Als ich dann heute morgen zur Arbeit gekommen bin, war die Schwester von einem Bewohner schon da, da sie in Bergen wohnt und auf Grund der längeren Anreise schon Freitag gekommen ist und bis Sonntag bleibt.
Offiziell ging der Åpendag aber um 11:00 los, sodass die drei anderen ab 10:30 super aufgeregt vor dem Haus rumgelaufen sind und auf ihre Angehörigen gewartet haben.
Als dann endlich die ersten kamen war die Freude riesengroß und die Bewohner sind schreiend den ankommenden Autos entgegengelaufen.
Die Schwester eines Bewohners meinte, dass es keinen anderen Ort gibt an dem man mit so viel Freude und Erwartung empfangen wird wie hier und ich glaube das ist wirklich so.
Selbst wenn ich nur ganz normal zur Arbeit komme, werde ich immer freudestrahlend empfangen, da kann man sich ja vorstellen was hier los ist wenn Geschwister, Eltern und Cousinen kommen, die die Bewohner teilweise nur ein/zweimal im Jahr sehen.
Ich finde es immer wieder erschreckend, wie wenige Angehörige regelmäßig zu Besuch kommen.
Die allermeisten Leute, die heute da waren hatte ich vorher noch nie gesehen, obwohl ich ja immerhin schon seit 9 Monaten in Granly arbeite.
Umso schöner natürlich, dass heute für wirklich alle Bewohner mehrere Besucher da waren.
Nachdem alle angekommen waren, gab es in den Häusern erstmal Kuchen und Kaffee und alle saßen auf der Terrasse gemütlich beisammen.
Die Bewohner haben von ihren Lieben auch noch Süßigkeiten oder kleine Geschenke bekommen, was natürlich auch große Freude ausgelöst hat.
Von 12:00-13:00 haben die Bewohner dann ein bisschen im Arbeitshaus oder in der Werkstatt gearbeitet oder im Granly Orchester gespielt und ihren Familien gezeigt, was sie so jeden Tag machen.
Um 13:15 gab es dann im Saal eine kleine Ansprache/Begrüßung von unserer Chefin Kristin für die Besucher.
Anschließend saßen die Familien mit den Bewohnern einfach in kleinen Grüppchen draußen im Garten und haben gequatscht.
Das Wetter heute ist einfach traumhaft!! 28C und strahlender Sonnenschein, perfekt also für unseren Tag der offenen Tür.
Um 14:30 gab es dann Mittagessen für alle im Saal. Granly hatte Schnittchen bestellt und es gab Getränke, Kaffee und Eis.
Ich habe mich auch einfach draußen mit einigen Bewohnern und Besuchern an einen Tisch gesetzt und gegessen, bevor meine Schicht dann zu Ende war und ich nach Hause gegangen bin.
Der heutige Tag war definitiv einer der schönsten, vllt. sogar der Schönste in Granny für mich.
Es war einfach so schön die Familien der Bewohner zu sehen und kennenzulernen und sie mit den Bewohnern zusammen zu sehen.
Ich freue mich auch, dass manche Angehörige mich jz kennen und wissen, wer sich so um ihr Kind, Bruder oder Schwester kümmert.
Ich bin heute jedenfalls sehr glücklich nach Hause gekommen und freue mich schon auf meinen kleinen Bergenurlaub morgen!
Only Love, H

Mittwoch, 30. Mai 2018

Israel Reise

Hallöchen,
in Kapp ist mittlerweile der Sommer ausgebrochen.
Draußen strahlender Sonnenschein und am Mittwoch sollen es sogar bis zu 30C werden.
Passt auch eigentlich ganz gut, da ich ja letzte Woche in Israel war und mich dort schon einmal aklimatisieren konnte.
Am Sonntagnacht um 2:00 bin ich von meinem wunderschönen Urlaub zurückgekommen und Hannah hat mich mit dem Auto aus Gjøvik abgeholt.
In meinen 10 Tagen in Israel habe ich wirklich so viel gesehen und erlebt, dass ich Seiten füllen könnte, aber ich versuche mich kurz zu halten.
Am 16.05 bin ich erstmal abends zu Klari nach Amsterdam geflogen und habe eine (kurze) Nacht bei ihr übernachtet.
Am nächsten Morgen ging es für uns beide dann schon früh los zum Flughafen, da wir schon gegen 7:00 nach Tel Aviv geflogen sind.
Nach dem knapp 5 stündigen Flug folgte bei unserer Ankunft in Tel Aviv dann natürlich erst einmal die riesen Wiedersehensfreude mit Marie!
Wir hatten sie seit September, also 9 Monate nicht gesehen und lagen uns erstmal ewig in den Armen.
Dann ging es für uns drei mit dem Bus los zum ersten Stop unserer Reise: Jerusalem.
Nach der knapp 2 stündigen Busfahrt sind wir in Jerusalem dann erst einmal Hummus essen gegangen bevor es dann in eine der zwei ASF WGs ging in der wir die 4 Nächte schlafen durften.
Dort angekommen haben wir erstmal ein bisschen mit den drei Mädels gequatscht, die dort wohnen und haben dann noch ein bisschen auf der super schönen Dachterrasse des Hauses gechillt.
Abends sind wir dann noch in eine Bar was trinken gegangen und dann aber auch relativ früh alle super müde ins Bett gefallen.
Freitag stand denn erst einmal die Holocaust Gedenkstätte "Yad Vashem" auf dem Programm.
Wir mussten schon relativ früh dorthin fahren, da das Museum auf Grund des Shabbat nur bis 13:00 aufhatte. Wir haben uns knapp 3 Stunden die Ausstellung und das riesige Gelände angesehen, was wirklich unglaublich beeindruckend und interessant war.
Anschließend haben wir erstmal eine kleine Mittagspause eingelegt und sind dann noch ein bisschen durch die Stadt gestreift, haben viel Zeit in einem schönen Café verbracht und uns abends noch die Klagemauer angesehen.
Während den ersten Tagen, die wir in Israel waren gab es gerade eine krasse Hitzewelle, sodass es tagsüber bis zu 40C heiß war und man es teilweise in der Mittagszeit nur in einem klimatisierten Café aushalten konnte.
Wenn es dann abends abgekühlt ist sind wir immer noch richtig aktiv geworden und haben dann noch viel gemacht und sind rumgelaufen.
Unseren Freitagabend haben wir dann beim Sonnenuntergang mit Nudeln und Wein auf der Dachterrasse verbracht.
Der Samstag war dann für die Jerusalemer Altstadt reserviert.
Eine der Mitbewohnerinnen, Franka, hatte sich kurzfristig entschieden auch mitzukommen, sodass sie uns ein bisschen rumführen konnte.
Die Altstadt ist wirklich super eindrucksvoll und bunt mit den vielen Marktständen und verschiedenen Vierteln.
Nachmittags haben wir dann noch eine Falafel in der Nähe des Damaskus Gate gegessen, bevor Frank dann wieder zurück nach Hause gefahren ist.
Wir anderen sind dann noch auf eine tolle Dachterrasse gegangen, von der aus man einen tollen Blick über ganz Jerusalem hatte und als es abends wieder kälter wurde sind wir dann noch auf den Ölberg gewandert.
Von dort hatte man auch einen wunderschönen Blick auf die Altstadt, die Stadtmauer und den Tempelberg. Während wir dort oben saßen haben die Muezzine verschiedener Moscheen zum gebet gerufen, was dem ganzen Moment noch einmal eine ganz besondere Atmosphäre verliehen hat.
Sonntag sind wir dann vormittags noch auf den Tempelberg gegangen und den Nachmittag in einem schönen Cafe in Ostjerusalem mit dem leckersten Eis-Chai-Latte verbracht.
Abends haben wir dann nochmal in der WG gekocht und auf der Dachterrasse gegessen.
Wir sind dann aber alle relativ früh ins Bett gegangen, da unser Wecker am nächsten Morgen schon um 5:00 geklingelt hat.
Um 6:00 ging es nämlich schon mit dem Bus los zum toten Meer.
Da es dort am Montag bis zu 43C heiß werden sollte, wollten wir so früh wie möglich ankommen und dann direkt weiter nach Haifa fahren.
Das tote Meer war echt eine coole Erfahrung und ich bin super froh mal fort gewesen zu sein.
Wir hatten eine gute Badestelle, abseits von den Touristenpunkten aber mit Süßwasserfische und Schattenplätzen gefunden und es ist einfach so so krass wie man im Meer nicht untergeht sondern immer oben schwimmt, egal was man macht.
Gegen 11:00 haben wir uns dann auch schon auf den Weg zu Marie nach Hause, nach Haifa gemacht.
So gegen 15:00 sind wir dann in der "shimshon" WG in Haifa angekommen, wo zwei von Maries Mitbewohnerinnen, Lina und Josepha auch gerade da waren.
Marie hat uns dann erstmal eine Tour durch ihre wirklich tolle und super große WG gegeben und wir haben ein bisschen mit Lina, Josepha und Ninel, die später auch von der Arbeit kam gequatscht.
Abends haben wir dann alle zusammen gekocht, bevor es später zum "Aktzeichnen" ging.
Das findet jeden Montagabend in der Wohnung bzw. auf der Dachterrasse eines Künstlers statt und die 4 shimshons sind dort eigentlich immer am Start.
Jede Woche gibt es ein Modell, das nackt verschiedene Posen darstellt und dann immer für eine bestimmte Zeit von den umstehenden Künstlern und solchen die es noch werden wollen gezeichnet wird. Wir gehörten dort eher zu den unfähigen und unprofessionellen Künstlern, aber es gab wirklich wahnsinnig talentierte Leute die auf großen Staffeleien statt auf kleinen DIN A 4 Blättern gemalt haben und der Abend hat trotzdem super viel Spaß gamacht und war mal was ganz anderes.
Dienstag sind Klara und ich dann mit zu Maries Arbeit gekommen.
Die ging zum Glück erst um 14:00 los, sodass wir erstmal ausschlafen und dann noch ein bisschen durch Haifa laufen konnten.
Marie hatte dann erst noch ein Meeting im Frauenhaus, in dem sie in der Kinderbetreuung arbeitet, aber es gab noch leftover Essen für Klari und mich, das die Frauen vorher gekocht hatten und mit dem wir uns dann in der Zeit in die Sonne gesetzt haben.
Marie und ihre Kollegin Tamar haben dann in der ersten Stunde nur auf ein Kind aufgepasst, sodass wir auch ein bisschen Zeit zum quatschen hatten.
Nachher gab es dannnoch eine kleine Runde mit mehreren Kindern, bei der wir Armbänder und Ketten aus Stoff geflochten haben.
Die Kinder waren wirklich alle unglaublich süß und es war einfach super schön mal zu sehen, was Marie so tagtäglich macht.
Nach der Arbeit sind wir dann auch direkt in das Viertel "German Colony" gefahren, wo wir uns mit Lina in einem super schönen Café/Restaurante auf einen Eiskaffee getroffen haben.
Um 20:00 ging es dann zum Salsa, das auch fester Bestandteil des Wochenprogramms der shimshons ist. Da Klara und ich das erste Mal Salsa getanzt haben wurden wir der Anfängergruppe zugeteilt, in der wir mit lauter anderen Deppen die Grundschritte gelernt und geübt haben.
Nach einer Stunde war dann der eigentlich Kurs vorbei und man konnte einfach noch frei tanzen oder sich mit Leuten unterhalten.
Marie und die anderen kannten ziemlich viele Leute und wir wurden natürlich erstmal überall vorgestellt und haben uns mit vielen Leuten nett unterhalten.
Wir waren dann auch erst so gegen 0:00 wieder zu Hause und da Marie am nächsten Morgen früh arbeiten musste ging es schnell ins Bettchen.
Klara und ich sind dann am nächsten Morgen erst einmal zum Strand gefahren, haben ein bisschen in der Sonne gelegen und sind im Mittelmeer geschwommen.
Marie kam dann auch schon ziemlich bald mit Snacks im Gepäck dazu, da sie früher freibekommen hatte. Wir haben dann noch ein bisschen zusammen am Strand gechillt bevor Maries Tour durch Haifa losging.
Wir waren auf dem shuk /typisch israelischer Markt, den es in fast jeder Stadt gibt) und im arabischen Viertel wadi nisnas, wo wir die angeblich beste Falafel der Welt gegessen haben.
War schon echt lecker, aber wir hatten auch Kritikpunkte :D
Da Mittwoch schon unser letzter Abend in Haifa war haben wir noch mit der ganzen WG zusammen gekocht, typisch deutsch mit Bratkartoffeln, Spinat und Spiegelei.
Donnerstag ist Klara dann gegen Mittag mit dem Zug nach Tel Aviv gefahren um Marie, eine andere Freundin von uns aus Deutschland abzuholen.
Marie und ich waren währenddessen auf der Louis Promenade, von der aus man einen tollen Blick über Haifa hat und im Beduinendorf, wo wir in einem super süßen Cafe wie in guten, alten Zeiten einen Cappuccino getrunken haben.
Gegen Nachmittag kamen die beiden anderen dann auch schon zurück.
Die Wiedersehensfreude war natürlich riesig und nach einer kurzen Tour durch die Wohnung sind wir dann erstmal Hummus essen gegangen.
Abends ging es dann für uns alle mit dem Zug nach Nahariya, zur Geburtstagsparty von Emilia, die dort gerade ebenfalls Freiwillige ist.
Ich habe es Wirkloch so sehr vermisst mit meinen Mädels zu tanzen und zu feiern.
Wir haben dann alle in Nahariya übernachtet und sind am nächsten Tag direkt von dort aus nach Tel Aviv gefahren.
Josepha und Ninel sind zurück nach Haifa gefahren aber Lina ist noch mit uns nach Tel Aviv gekommen, was ich super schön fand.
Dort sind wir dann so gegen 15:00 in der WG angekommen.
Nach einem kurzen Snack ging es dann auch schon wieder weiter auf den Markt nach Yaffo, der zum Glück nicht so weit von der WG entfernt war, da ja wegen dem Shabbat von Freitag bis Samstagabend keine Busse oder Bahnen fahren.
Abends haben Lina und ich dann Couscoussalat gemacht, während die anderen 3 einen kurzen Powernap gehalten haben, um für unsere nächste Party fit zu sein.
Wir waren dann in einem Club mit viel arabischer Musik und haben zufällig eine Hochzeit gecrasht, die irgendwie bessere Musik hatte und bei der wir dann ein bisschen mitgefeiert haben.
Die Leute waren irgendwie super locker drauf und haben sich am Ende sogar noch bei uns bedankt, dass wir die Party am laufen gehalten haben :D
Am nächsten Tag haben wir dann auf Grund sehr großen Schlafentzugs erstmal alle bis 12:30 oder so geschlafen. Wir haben den Tag dann auch sehr entspannt angehen lassen und sind erstmal zum Strand gelaufen, wo wir den Nachmittag verbracht haben.
Etwas später sind wir dann noch ein bisschen durch die Innenstadt gelaufen und haben uns in ein super schönes Café gesetzt, das Marie und Lina kannten.
Lina ist dann abends schon wieder zurück nach Haifa gefahren und wir anderen sind erst nochmal zurück zur WG gefahren, wo wir Abendessen gekocht haben.
Anschließend sind wir dann noch mit einem Pott Eis und 2 Flaschen Wein zum Hafen runtergegangen  wo wir bis in die Nacht saßen und über unsere Zukunft und alles mögliche geredet haben.
Solche Gespräche habe ich einfach so vermisst und ich war unglaublich glücklich in diesem Moment.
Marie und ich mussten uns dann auch schon vor dem schlafen gehen verabschieden, da sie am nächsten Morgen arbeiten und deshalb super früh zurück nach Haifa fahren musste.
Für uns andere 3 hat der Wecker aber nach gerade mal 4 Stunden Schlaf auch schon um 8:00 geklingelt, da mein Flug zurück nach Norwegen um 14:00 ging und man wegen der krassen Kontrollen in Israel 3 Stunden vorher am Flughafen sein sollte.
Auch wenn mir der Abschied nach unserer tollen Zeit wirklich schwer gefallen ist, waren wir uns alle einig, dass es ja jetzt wirklich nicht mehr lang ist bis wir endgültig wiedervereint sind!
Ich hatte wirklich die allerschönste und spannendste Zeit in Israel und ich hoffe das ich vllt irgendwann nochmal die Möglichkeit habe in dieses interessante Land zurückzukehren.
ich bin so froh, dass ich diesen Trip machen konnte!
Sonntag geht es für mich auch schon weiter nach Bergen und nächste Woche kommen auch schon endlich meine Eltern zu Besuch...I know I know, always on the go ;)
Ich schicke euch ganz viel Sonne (In Kapp sind es unglaubliche 28C)
Helli