Dienstag, 16. Januar 2018

Nordlichter, Rentiere und Energizer

Hei ihr Lieben,
gestern Abend sind Hannah und ich von unserem ASF Seminar in Alta mit den anderen Norwegen-Freiwilligen zurückgekommen.
Heute haben wir dann auch schon wieder gearbeitet und ich bin gerade von meinem  Frühdienst zurückgekommen.
Das Seminar war wirklich toll und sehr besonders und ich glaube mir wird diese Zeit mit den anderen Freiwilligen noch lange in Erinnerung bleiben.
Losging das Seminar für mich erstmal nicht so gut, da ich Sonntagnacht krank geworden bin und deshalb erst einen Tag später, also am Dienstag (9.01) nachkommen konnte.
Als ich dann am Dienstagmittag in Alta gelandet bin hat mich schon am Flughafen die atemberaubende Natur in ihren Bann gezogen, denn schon der Flugplatz ist von Bergen umrahmt.
Leo, der als ehemaliger Freiwilliger schon unsere Orientierungstage mitgeteamt hat, war auch dieses mal wieder mit von der Partie und hat mich vom Flughafen abgeholt.
Nach einer kurzen Busfahrt und einem kleinen Fußweg durch Alta sind wir dann bei dem Gemeindehaus angekommen, in dem wir alle das Seminar verbracht haben.
Unten gab es einen Raum, in dem wir alle auf Matratzen und Isomatten geschlafen und auch die meisten Seminareinheiten und Gesprächsrunden gemacht haben, zwei Badezimmer und noch einen Raum in dem wir immer zusammen gegessen haben und oben war dann die Küche.
Als ich angekommen bin ging es auch direkt los mit der ersten Seminareinheit.
Unser Seminar stand nämlich ganz im Thema der Samis, der Ureinwohner Norwegens, deren Kultur, Lebensweise und Diskriminierung.
Dazu hatten alle Zweierteams im Voraus einen kleinen Vortrag zu einem Themenfeld der "Samis" vorbereitet. Themen waren dabei z.B die Religion der Samis, Politik, Musik und Kultur oder Sprachen. Hannah und ich haben uns im Vorfeld mit der Diskriminierung der Samis beschäftigt.
Wir haben dann alle unsere kleinen "Präsentationen" vorgetragen.
Nach den Präsentationen hatte man echt schon einen guten ersten Einblick in die Lebensweise und Kultur der Samis und es war ein guter Start in unser Themenseminar.
Jeden Abend gab es dann ein Kochteam aus drei Freiwilligen, die für alle etwas leckeres gekocht haben.
Am nächsten Tag waren wir dann den ganzen Tag in der Finnmark unterwegs.
Zuerst sollte es nach Karasjok und anschließend noch nach Kautokeino gehen.
In beiden Orten leben besonders viele Samis und in Karasjok befindet sich außerdem das norwegische Samiparlament, sodass sie super zu unserem Thema gepasst haben.
Wir sind dann wegen der doch relativ weiten Fahrt (ca.3 Stunden nach Karasjok) schon um 8:45 mit zwei Bullis, die wir uns ausgeliehen haben losgetuckert sind.
Die Fahrt an sich war schon ein absolutes Highlight, weil wir durch unendlich wirkende Weiten gefahren sind, die von großen, schneebedeckten Bergen umrahmt waren.
Die Natur im hohen Norden ist einfach atemberaubend und als wir dann mitten auf dem Weg auf eine Herde Rentiere gestoßen sind war das Norwegenfeeling natürlich perfekt und wir standen alle mit unseren Kameras davor, wie so eine asiatische Reisegruppe :D.
Um 13:00 hatten wir dann unseren Termin für eine Führung durchs Samiparlament.
Es war echt super interessant das Gebäude und den Plenarsaal zu sehen und Unterschiede zwischen dem Samiparlament und anderen Parlamenten festzustellen.
Gegen 14:30 sind wir dann weiter nach Kautokeino gefahren, wo wir eine Silberschmiede besucht haben, die traditionell samischen Schmuck herstellt.
Begeistert waren wir aber alle erstmal von dem Haus an sich, denn das Ehepaar das dieses gebaut hat hat für alle 10 Jahre einen neuen Raum in einem völlig neuen Stil errichtet.
Es war so schön einfach durch die verschiedenen Räume zu gehen und die Arbeit, die in diesem ganzen Gebäude steckt zu bewundern.
Nach ca. einer Stunde mussten wir uns dann auch schon wieder auf den Weg nach Hause machen, wo wir dann so gegen 19:00 angekommen sind.
Nach dem Abendessen sind wir dann noch mit ein paar Leuten auf einen kleinen Hang gegangen, von dem man einen wunderschönen Ausblick auf Alta und den Fjord hatte und haben dort ein Lagerfeuer gemacht.
Zum Glück ging es am nächsten Tag erst um 10:45 los mit dem Programm, da wir von unserem Ausflug alle ziemlich fertig und müde waren.
Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der ersten vier Monate unseres Freiwilligendienstes.
Wir haben unsere zeit in den Projekten reflektiert und über Hoch-und Tiefpunkte und die persönliche Entwicklung gesprochen,
Ich fand es total beruhigend zu sehen, dass die anderen oft die gleichen Probleme hatten wie man selbst und es hat mich teilweise wirklich berührt was für schöne und besondere Momente alle schon in ihren Projekten erlebt haben.
Nach einer Mittagspause haben wir dann noch ein bisschen über Konfliktmanagement gesprochen und anschließend den Raum für unsere Diskussionsrunde vorbereitet.
Um 16:00 Uhr kam nämlich ein Sami, der auch Abgeordneter im Samiparlament ist für eine offene Gesprächsrunde zu uns.
Wir konnten ihm alle unsere Fragen stellen, die wir so über die vorherigen Tage gesammelt hatten und er war wirklich super sympathisch und hat viele interessante Dinge erzählt.
An unserem leider schon letzten Abend haben wir dann noch einen bunten Abend gemacht wo jeder der wollte etwas vorführen oder ein Spiel für alle vorschlagen konnte.
Wir hatten echt viel Spaß und haben die letzte Zeit zusammen nochmal richtig genossen.
Am nächsten Tag war das Seminar dann auch schon zu Ende, aber Hannah und ich hatten uns schon im Vorfeld entschieden bis Montag zu bleiben und die vier Freiwilligen aus Oslo und Moi Greta, Maria, Silas und Selma hatten sich auch überlegt bis Sonntag zu bleiben.
Nachdem die anderen dann Freitag schon relativ früh zum Flughafen gefahren sind, sind wir anderen nochmal raus an den Fjord gegangen.
Auf dem Rückweg nach Hause konnten wir dann auch noch den wunderschönen Himmel bestaunen, der sich im Norden immer schon so um 14:00 erst orange und rosa verfärbt, bevor er dann dunkel wird.
Zuhause haben wir dann einfach noch ein bisschen gechillt und gequatscht und abends noch zusammen gekocht.
Am nächsten Tag war dann erstmal ausschlafen angesagt, sodass unser Tag erst so um 12:00 richtig losging...:)).
Wir haben uns dann fix fertig gemacht und sind erst ca. 45 Minuten durch Alta gelaufen und dann auf einen Berg gestiegen, von dem man einen wunderschönen Ausblick auf die umliegenden Berge, den Fjord und Alta hatte.
Als wir oben waren ist dann auch schon wieder die Sonne untergegangen, was alles nochmal in ein besonders schönes Licht getaucht hat.
Da wir nicht so schlau waren Taschenlampen mitzunehmen war der Abstieg etwas abenteuerlich aber zum Glück nicht allzu lang.
Zu Hause angekommen haben wir dann wieder zusammen gekocht und anschließend noch einen Film geguckt und Musik gehört.
Gegen 22:00 sind wir dann nochmal in der Hoffnung auf Nordlichter runter zum Fjord gegangen und haben tatsächlich welche gesehen.
Auch wenn es kein grüner Himmel sondern eher helle Streifen am Himmel waren, war das nochmal ein besonderes Highlight für mich!
Am nächsten Tag ging es dann für die anderen 4 zurück nach Hause, sodass wir alle relativ früh aufgestanden sind.
Juliane, die in Alta lebt hat die anderen dann zum Flughafen gefahren und Hannah und ich sind auch mitgekommen.
Nachdem wir die anderem verabschiedet hatten, sind wir dann noch mit Juliane ein bisschen am Fjord entlang auf die andere Seite gefahren.
Dort sind wir dann ein bisschen rumgelaufen und auf dem Rückweg haben wir an so ziemlich jeder Haltebucht angehalten um den wunderschönen Ausblick zu fotografieren.
Zuhause mussten wir uns dann erstmal ein bisschen aufwärmen und etwas zu Mittag essen.
Bevor es dann wieder dunkel geworden ist sind wir aber nochmal rausgegangen.
In Alta kann man wirklich einfach den ganzen Tag draußen rumlaufen und die wunderschöne Natur bewundern, die einfach je nach Wetter und Licht immer anders aussieht.
Als wir wieder zu Hause waren haben wir dann noch Zimtschnecken gebacken und gekocht,
Abends kam dann noch Samuel rüber, der auch Freiwilliger in Alta ist und wir haben alle zusammen en Film "soul kitchen" geguckt.
Juliane und Samuel sind dann auch beide relativ früh ins Bett gegangen, weil sie am nächsten Tag wieder arbeiten mussten und Hannah und ich haben noch unsere Sachen fertig gepackt und sind dann auch schlafen gegangen.
Unser Flug sollte am nächsten Tag um 12:00 gehen, aber wurde dann auf 12:55 verschoben.
Wir hatten dann morgens noch ein bisschen Probleme, weil der Bus mit dem wir zum Flughafen fahren wollten einfach nicht gekommen ist und wir dann letztendlich ein Taxi nehmen mussten, aber Hauptsache wir sind rechtzeitig angekommen.
Als wir dann gegen 15:00 in Oslo gelandet sind mussten wir dann noch mit dem nettbuss nach Lena und dann mit dem Bus nach Kapp fahren, sodass wir erst so gegen 19:00 wirklich Zuhause waren.
Die Zeit in Alta war wirklich unvergesslich und Hannah und ich haben uns fest vorgenommen im Sommer auf jeden Fall nochmal dorthin zu fliegen!
Am Donnerstag kommt jetzt erstmal unsere Länderbeauftragte Christina, die ja auch unser Seminar geleitet hat nach Granly um uns einen Besuch abzustatten.
Wir haben dann ein kleines Gespräch mit ihr und unserem Mentor Erik und anschließend soll sie nochmal vor den anderen Mitarbeiter ASF vorstellen.
Ich berichte euch dann natürlich :)
Bis dann meine Lieben,
Eure Helena