Hei Hei,
vom 16.04 - 21.04 hatten wir mit allen Norwegenfreiwilligen unser letztes gemeinsames Seminar in Oslo. Hannah und ich sind aber noch bis Dienstag bei Maria und Greta geblieben, da wir Montagabend Karten für das Sam Smith Konzert hatten und es sich nicht gelohnt hätte hin und her zu fahren.
Das Seminar war wie immer super schön und ereignisreich und wir haben viel unternommen und gequatscht und gelernt.
Am Montag sind wir alle erstmal nach und nach auf Skaug eingetrudelt, einige hatten ha einen ziemlich langen Weg hinter sich.
Hannah und ich sind so gegen 16:00 angekommen und waren die letzten.
Wir haben dann erstmal das Programm für die nächsten Tage besprochen und dann hat jeder ein bisschen was über sein Projekt erzählt und wie es ihm gerade so geht und was so los ist.
Anschließend haben wir dann zu Abend gegessen und nach dem Essen hatten wir Freizeit.
Dienstag war dann der einzige Tag, an dem wir auf Skaug geblieben und nicht nach Oslo reingefahren sind.
Wir haben uns den ganzen Tag mit unseren Interviews beschäftigt, die wir alle im Vorfeld mit einem Norweger/einer Norwegerin unserer Wahl zum Thema 2. Weltkrieg machen sollten.
Wir konnten dabei den Fokus selber wählen und z.B. Fragen zum Umgang mit dem 2. Weltkrieg in Norwegen heute oder über persönliche Erfahrungen der Familie stellen.
Wir haben im Laufe es Tages sowohl in Kleingruppen über die Interviews geredet als sie auch vor der ganzen Gruppe vorgestellt.
Abends hatten wir dann Freizeit.
Mittwoch ging es dann nach dem Frühstück los zum ehemaligen Gefangenenlager "Grini", zu dem wir ein bisschen länger fahren mussten.
Von der Halbinsel Nesoddtangen auf der unsere Hütte war mussten wir aber sowieso immer erstmal ein Stück laufen, mit dem Bus und anschließend mit der Fähre nach Oslo fahren.
Grini selbst ist heute ein Gefängnis aber direkt nebenan befindet sich ein kleines Museum zum Thema Grini während des 2. Weltkrieges.
Im Museum hatten wir eine Führung durch die Ausstellung und einen kleinen Vortrag, anschließend durften wir auch noch selbst ein bisschen durch die Ausstellung gehen.
Gegen 13:00 waren wir dann im Museum fertig und hatten dann erstmal bis 16:00 Freizeit.
Ich bin in der Zeit mit ein paar anderen ins Friedensnobelpreismuseum gegangen wo es eine super coole Fotoausstellung mit dem Titel "Generation Wealth" gab.
Dort ging es grob gesagt um extremen Reichtum und Wohlstand, aber auch um durch social media beeinflusste Schönheitsideale.
Die Ausstellung hat wirklich zum nachdenken angeregt und war sehr eindrücklich.
Um 16:00 haben wir uns dann mit allen wiedergetroffen und sind gemeinsam zur "Folkehøgskole Rønningen" gefahren, wo wir ein kleines Kennenlernen mit der Klasse hatten, mit denen wir am nächsten Tag einen Workshop im HL Senteret geplant hatten.
Für die die nicht wissen was eine Folkehøgskole ist... Es gibt diese Schulen, die man nach der Schule für ein Jahr besuchen kann überall in Norwegen.
Dort kann man dann verschiedene Linien wie z.B. Gesang, Tanz, Fußball, Sport, Extremsport, Schauspiel, Technik und vieles mehr wählen.
Außerdem lernt man viel über sich selbst und andere, es gibt Einheiten zum Teambilding und vieles mehr. Das alles soll dann drauf hinauslaufen, dass man nach dem Jahr besser weiß was man mache oder studieren möchte.
Das Konzept ist ungefähr so populär wie FSJts in Deutschland und viele Norweger besuchen Folkehøgskolen, die sich auch teilweise verschieden auf bestimmte Bereiche ausrichten.
4 unserer Freiwilligen arbeiten auch an Folkehøgskolen, da es dort oft auch integrative Klassen mit Menschen mit Behinderungen gibt.
Die Klasse mit der wir unser Projekt hatten heißt "se verden" (sie die Welt) und beschäftigt sich mit politischen Konflikten und Geschichte in der Welt.
Ihr Augenmerk liegt zwar eigentlich nicht so auf dem 2. Weltkrieg sondern auf dem Israel-Palästina Konflikt, aber sie waren trotzdem alle geschichtlich interessiert.
Bei dem Kennenlernen waren von der 13-köpfigen Klasse leider nur 5 Schüler da, da das ganze Folkehøgskolenprinzip auf freiwilliger Basis funktioniert, aber es war trotzdem ganz cool.
Wir haben Kennenlernspiele gespielt, gequatscht und am Ende noch in der Schule zu Abend gegessen.
Wir kamen dann auch erst so gegen 22:00 wieder nach Hause und sind dann auch relativ schnell ins Kettchen gegangen, weil wir echt immer früh aufstehen mussten...
Am nächsten Tag ging es dann schon gegen 8:30 mit dem Bus und dann mit der Fähre und wieder mit dem Bus und sehr vielen Malen umsteigen zum HL-Senteret (Holocaust center) für unseren Workshop mit der Folkehøgskole.
Wir haben eigentlich die gesamte Zeit über in gemischten Kleingruppen gearbeitet und uns mit den Trailern und kurzen Clips aus zwei Filmen über den 2. Weltkrieg, "Schindler´s Liste" und "Das Leben ist schön" beschäftigt und diskutiert wie die beiden Filme unterschiedliche Eindrücke vermitteln und durch verschiedene Stilmittel und Effekte verstärken.
Der Workshop war wirklich super spannend und der Mitarbeiter vom HL-Senteret hat ihn super interessant gestaltet und geleitet.
Auch wenn die norwegischen Schüler nicht immer so motiviert waren wie wir, hat es trotzdem Spaß gemacht und ich fand es super auf der Sprache zu arbeiten, in der wir momentan eh alle leben.
Nach dem Workshop hatten wir dann bis zum Abendessen Freizeit.
Hannah, Silas, Selma und ich haben in der Zeit noch Fotos für ein Geschenk für unserer Teamer Leo ausgedruckt und fürs Abendessen eingekauft.
Nach dem Abendessen hatten wir dann mit Leo noch eine kleine Einheit zum Judentum, die uns auf den Besuch des jüdischen Museum am nächsten Tag und den in einer Synagoge am Samstag vorbereiten sollte.
Nach der Einheit haben wir dann Interviews mit allen für unseren Film gemacht.
Leo hatte nämlich die Idee einen kleinen Film über das Seminar und generell über unsere Zeit zusammen zu machen, der uns dann auch in vielen Jahren noch an unsere Gruppe und das Jahr erinnern kann.
Es hat sich dann ein kleines, verantwortliches Filmteam gebildet und wir haben uns schnell dazu entschlossen Interviews mit allen Projekt- Zweierteams zu machen.
Es war unglaublich lustig und der Film ist zwar noch nicht fertig geschnitten aber ich glaube das er super werden wird und wir uns ihn auch in vielen Jahren noch anschauen werden.
Am nächsten Tag ging es dann mal wieder relativ früh los zum ASF-Büro wo wir eine Gesprächsrunde mit einer Zeitzeugin hatten.
Ihr Vater, der inzwischen seit vielen jähren tot ist war norwegischer Widerstandskämpfer im 2. Weltkrieg und hat unter anderem viele KZ Aufenthalte überlebt.
Sie hat die Geschichte ihres Vaters erzählt aber auch davon berichtet wie es ist als Kind mit einem traumatisierten Vater aufzuwachsen.
Wir waren alle restlos begeistert von ihr! Ihre Erzählungen waren so fesselnd, dass wir alle an ihren Lippen hingen und sie hat mit einer solchen Liebe von ihrem Vater und ihrer Familie erzählt, die mich unglaublich berührt hat.
Unsere Länderbeauftragte Christina will und jetzt auch noch ihre e-mail Adresse geben weiler ihr alle schreiben wollen wie toll wir sie finden :D
Nach dem Zeitzeugengespräch haben wir dann noch alle im Büro unser mitgebrachtes lunsj gegessen und hatten dann bis zum Besuch im jüdischen Museum Freizeit.
Hannah und ich haben uns in der Zeit nochmal kurz beim Frisör die Haare abschneiden lassen.
Danach sind wir mit Greta noch ein bisschen durch die Geschäfte geschlendert und haben uns dann an der "Karl-Johanns-Gate" eine Parade angeschaut die dort war.
Im jüdischen Museum haben wir uns dann erst eine kurze Einführung angehört und konnten uns das Museum dann alleine ansehen.
Ich fand das Museum ehrlich gesagt nicht so super spannend. Es war zwar gut und interessant gemacht aber für mich persönlich nicht so viel neues...
Nach dem Museumsbesuch hatten wir wieder bis zum Abendessen Freizeit.
Nach dem Abendessen war dann erstmal aufräumen angesagt und danach haben wir einen kleinen bunten Abend gemacht, wo wir Christina und Leo unsere Geschenke übergeben und schonmal erste Ausschnitte aus unserem Film gezeigt haben.
Außerdem hat Leo einen Poetry Slam Text vorgetragen, den er für und über uns und unsere gemeinsame Zeit geschrieben hat.
Samstagmorgen mussten wir dann super früh mit all unseren Gepäck los zum ASF Büro.
Dort haben wir dann erstmal gefrühstückt und anschließend unsere Sachen fortgelassen und uns auf den Weg zur Synagoge gemacht, wo wir an einem Shabbat Gottesdienst teilnehmen durften.
Auch wenn wir fast nichts verstanden haben, war es eine super schöne und besondere Erfahrung und bei kiddush im Anschluss an die Messe gab es auch nochmal Zeit zum Leute kennenlernen und Fragen stellen.
Gegen 13:00 war das Seminar dann offiziell zu Ende und die ersten von uns haben sich schon auf den Weg nach Hause gemacht.
Die meisten sind aber noch bis Sonntag und Hannah und ich bis Dienstag geblieben.
Samstagabend haben wir dann alle zusammen bei Greta und Maria Zuhause gegrillt, weil das Wetter einfach super schön und sonnig war.
Wir hatten super viel Spaß , haben getanzt und gelacht und ich war in diesem Moment einfach super glücklich. Kennt ihr diese Momente, in denen ihr schon während ihr in ihnen wisst das ihr euch an diesen Moment noch lange erinnern werdet? Das war so ein Moment ❤
Am nächsten Tag sind Maria, Greta, Hannah, Juliane und ich dann noch zu einem Flohmarkt an einer Schule in Nordstrand gegangen, der echt viele coole Sachen hatte... ich sag nur ich bin jetzt die stolze Besitzerin aller drei high school musical Teile auf DVD!
Juliane ist dann gegen Mittag direkt von dort aus zum Flughafen gefahren und wir anderen haben den restlichen Tag eigentlich nur gechillt, in der Sonne gesessen und gelesen.
Abends haben wir dann noch Maria gezwungen die erstem beiden High school Musical Teile zu gucken, weil sie sie noch nie gesehen hatte und das einfach Kulturgut ist!
Am Montag mussten Maria und Greta dan wieder arbeiten und Hannah und ich waren vormittags einfach ein bisschen in Grünerløkka bummeln.
Gegen 18:00 haben wir uns dann schon auf den Weg zur Telenor Arena gemacht, wo das Konzert um 19:45 mit der Vorband losging.
Über dieses Konzert könnte ich einen eigenen Blogeintrag machen aber hier jetzt vllt nur so viel: Es war das beste Konzert auf dem ich je war, ich habe noch nie einen Menschen so wunderschön singen hören und Musik hat mich selten so berührt.
Ein sehr guter Anfang auch für Hannahs und meine Konzert und Festivalgeschichte!!
Dienstag ging es dann auch schon gegen 9:00 wieder mit dem Zug zurück nach Hause, wo wir dann gegen 12:00 angekommen sind und ganz entspannt noch genug Zeit hatten bis wir dann um 14:30 los zur Arbeit mussten.
Nächstes Wochenende fahre Hanni und ich dann nochmal Selma und Silas an der Folkehøgskole in Moi besuchen, worauf ich mich schon sehr freue.
Selma hat dann auch am Sonntag Geburtstag was natürlich nochmal extra toll ist :)
Und in weniger als 3 Wochen geht es für mich dann auch schon nach Israel, was ich dazu sagen soll weiß ich echt nicht ich bin einfach schon so aufgeregt und freue mich riesig!
Ich berichte euch natürlich!
Sorry mal wieder für die Länge, aber über die Seminare gibt es einfach immer so viel zu erzählen...
Ich sende euch ganz viel Liebe,
Helena