Donnerstag, 10. Mai 2018

Glückliche Tage in Moi

Hei Hei,
gerade sind Hannah und ich von unserem Kurzurlaub bei Silas und Selma in Moi zurückgekommen.
Moi ist ein kleiner Ort ganz im Süden, zwischen Stabanker und Kristiansand und die beiden arbeiten dort noch mit einigen anderen norwegischen und deutschen Freiwilligen zusammen an der "Folkehøgskole Lundheim".
Hannah und ich sind Freitagabend losgefahren und haben dann in der Nacht noch für ein paar Stunden bei Greta und Maria übernachtet weil wir irgendwie 5 oder 6 Stunden Zeit hatten, bevor unser Zug nach Moi gefahren ist.
Wir sind dann auch am Samstag erst so gegen 13:30 angekommen und Selma und Silas haben uns mit dem Auto von der Haltestelle abgeholt.
Wir sind dann noch kurz einkaufen gefahren und dann zur Folkehøgskole.
Silas und Selma arbeiten und leben dort noch mit 3 anderen deutschen Freiwilligen vom deutschen roten Kreuz und mit 8 norwegischem Freiwilligen als sogenannte "Stipps" zusammen.
Sie unterstützen dort die Schüler mit Behinderungen sowohl im Unterricht als auch im Alltag und in der Pflege.
Die meisten der Stipps wohnen zusammen in einer großen WG, aber Selma wohnt mit zwei der anderen Freiwilligen in einer Wohnung in einem kleinen Haus direkt neben dem Schulgebäude, wo Hannah und ich auch geschlafen haben.
Als wir angekommen sind gab es dann erstmal Mittagessen im großen Essenssaal, was super war weil wir nach der langen Reise dann doch ziemlich Hunger hatten.
Nach dem Essen haben Selma und Silas uns dann erstmal die WG und die Wohnung gezeigt und uns dann durch die Schule geführt.
Außerdem mussten Selma und zwei der anderen Freiwilligen noch Jutebeutel bügeln, die sie am Tag zuvor bei einem Workshop an der Schule gestaltet hatten.
Dann gab es auch schon wieder Abendessen... Die Norweger halt ;)
Anschließend sind wir dann mit einigen anderen Freiwilligen im kleinen Pool, der sich im Sport- und Geräteraum im Keller befindet schwimmen gegangen.
Wir sind dann aber auch schon alle relativ früh schlafen gegangen, weil es am nächsten Morgen schon um 8:00 mit der halben Schule los zum "Preikestolen" ging.
Der Preikestolen ist eine sehr bekannte Klippe ca. 2 Stunden von Moi entfernt, die ins Wasser hineinragt und so als eine Art Aussichtsplattform fungiert.
Wir hatten einfach nur super Glück, dass die Schule genau an dem Wochenende an dem wir da waren einen Ausflug dorthin gemacht hat und wir auch noch so unkompliziert mitkommen konnten.
Wir sind dann wie gesagt schon gegen 8:00 Uhr mit 3 kleinen Bussen losgefahren, da der Weg dorthin dann doch etwas länger war und wir auch noch mit der Fähre übersetzten mussten.
Wir sind dann glaub ich so gegen 10:30 oder 11:00 mit den Bussen am Fuße des Wanderweges angekommen und haben dann mit allen ca. 40 Mann die knapp 2 stündige Wanderung angetreten.
Wir sind alle zur gleichen zeit losgelaufen aber nicht wirklich in einer Gruppe gelaufen, was ja auch viel zu stressig und anstrengend gewesen wäre.
Der Weg nach oben zur Klippe war schon ziemlich anstrengend, weil es natürlich die meiste Zeit bergauf ging, aber das Wetter war richtig perfekt weil es zwar schön warm war, aber die Sonne nicht geschienen hat und wir haben den Weg sogar in ca. eineinhalb Stunden gemeistert.
Oben angekommen hat sich die ganze Anstrengung dann auch doppelt und dreifach ausgezahlt weil der Ausblick über die Berge und den Fjord einfach atemberaubend waren!!
Über die Zeit, die wir oben waren ist es dann auch noch richtig schön aufgeklart und die Sonne hat angefangen zu scheinen.
Wir haben natürlich unendlich viele Fotos gemacht, dass man schon garnicht mehr weiß wohin damit.
Außerdem gab es von allen noch ein kleines Ständchen für Selma, die am Sonntag nämlich Geburtstag hatte.
Nach etwa einer Stunde oder sogar etwas länger auf dem Preikestolen sind wir dann alle wieder nach unten gewandert, was auf Grund der prallen Sonne fast anstrengender war als der Hinweg.
Auf dem Rückweg zur Schule war es dann die ganze Zeit sehr still in unserem Stipp-Bus weil alle super geschafft vom Tag waren und die meiste zeit gepennt haben.
Ich konnte meine Augen auch echt nicht mehr offenhalten, aber für einen kleinen Zwischenstop bei dem wir alle von einem der Lehrer zum Pizzaessen eingeladen wurden hat es dann doch noch gereicht.
Gegen 19:30 sind wir dann wieder in Moi angekommen und Selma hat erstmal mit Familie und Freunden gesprochen, weil die ihr natürlich auch gratulieren wollten und wir ja den ganzen Tag unterwegs waren.
Nachher haben wir dann eigentlich auch nicht mehr so viel gemacht, nur noch ein bisschen zusammengesessen und gequatscht und uns über unsere schönen Fotos gefreut.
Montag mussten Silas und Selma dann wieder arbeiten und Hannah und ich konnten ein bisschen länger schlafen. Als wir dann zum frühstücken in die WG rübergegangen sind haben wir dort Selma getroffen, die uns nach dem Essen mit zu ihrer "Allround A" Klasse genommen hat, in der nur Schüler mit Behinderungen sind und in der sie immer dabei ist.
Da das Schuljahr ja schon diesen Samstag endet haben sie in der Klasse gerade eine Runde gemacht, in der jeder seine persönlichen Highlights des Schuljahres und Dinge oder Aktionen, die er nicht so gut fand aufzählen sollte.
Um 11:00 gab es dann lunsj in der Kantine, bei dem Selma erfahren hat, das ihre Klasse danach ausfällt und sie den Rest des Tages frei hat.
Wir sind dann zum nahegelegenen See gelaufen, der nur so ca. 20 Minuten zu Fuß entfernt war.
Man ist total den schönen Waldweg entlanggelaufen und das Wetter war sowieso die ganzen Tage, die wir da waren traumhaft und super warm und sonnig.
Nach unserem kleinen Spaziergang gab es dann auch schon wieder Mittagessen, Pfannkuchen mit Bacon, yumm!
Danach haben wir dann eigentlich nur noch ein bisschen gechillt bevor wir uns dann gegen 16:45 auf den Weg zur Kirche in Moi gemacht haben.
Selma, Silas und zwei der anderen deutschen Freiwilligen sind dort nämlich im Kirchenchor und dieser hatte am Montagabend ein Konzert auf einer der nahegelegenen Inseln, zu dem wir mitfahren durften.
Der Chor hat sich an der Kirche getroffen und ist dann in mehreren Fahrgemeinschaften ca. eineinhalb Stunden zur Kirche auf einer Insel gefahren.
Die weiße Holzkirche lag auf einer kleinen Klippe direkt am Wasser und drum herum standen viele kleine Holzhäuser mit Holzstegen und Bootsanleger, was die ganze Kulisse einfach perfekt und super romantisch-fischerdorfmäßig gemacht hat.
Während sich der Chor eingesungen hat saßen Hannah und ich mit einem Käffchen an der Klippe und haben gequatscht, was irgendwie total schön war.
Irgendwann ist die Sonne über dem Fjord unter gegangen und ich habe mal wieder gedacht, dass es einfach kein schöneres Land auf dieser Welt gibt ❤
Gegen 19:30 ging das Konzert dann los bei dem neben dem Chor aus Moi auch noch ein anderer Chor gesungen hat.
Das Konzert ging ca. eineinhalb Stunden und war total schön! Beide Chöre haben wirklich schöne und abwechslungsreiche Lieder gesungen und die Stimmung war auch irgendwie süß und lustig.
Wir waren dann so gegen 21:00 wieder an der Folkehøgskole und haben dann aber auch nicht mehr wirklich was gemacht.
Am Dienstag sind Hannah und ich für einen Tag nach Stavanger gefahren.
Wir haben erst ein bisschen hin und her überlegt, weil die Fahrt hin und zurück insgesamt 40€ gekostet hat, aber wann hat man sonst nochmal die Chance Stabanker zu sehen?
Die Fahrt hat mit dem Bus ca. 2 Stunden gedauert und wir sind so gegen 12:30 angekommen.
Wir haben dann einfach ein bisschen die Stadt erkundet, sind durch die schönen alten Gässchen und Geschäfte gebummelt und am Hafen entlanggegangen.
Stavanger ist wirklich eine schöne kleine Stadt mit lauter weißen Holzhäusern und süßen Cafes.
Gegen 19:00 sind wir dann wieder in Moi angekommen wo wir noch zu Abend gegessen und mit Selma und Silas gechillt haben.
Die beiden haben uns dann auch mit dem Auto zum Bahnhof gebracht, wo unser Zug um 0:30 losgefahren ist.
Die Tage in Moi waren einfach wunderschön und ich bin so, so froh das wir Silas und Selma noch auf den letzten Drücker besucht haben.
Die beiden sind einfach super und entspannt und wir waren irgendwie total viel erlebt und auch einfach nochmal gesehen wie sie so in ihrem Projekt arbeiten und leben.
Ich bin gestern mit einem total glücklichen Gefühl im Bauch nach Hause gefahren, das immer noch anhält!!
Nächste Woche geht es für mich dann auch schon nach Israel, endlich, ich kann es echt nicht mehr erwarten!
Ausführliche Berichterstattung folgt, bis dann meine Lieben
Helena