ich wollte euch mal wieder ein bisschen was aus meinem Leben erzählen.
Auch wenn einerseits nichts super krasses passiert ist, gibt es jeden Tag so viele kleine, besondere Momente, die ich am liebsten alle festhalten will.
Als erstes mal zu meiner ersten vollen Arbeitswoche.
Meine erste Woche war insgesamt echt super und ich finde es krass, dass nach nur einer Woche arbeiten im Projekt doch schon so etwas wie ein Alltag eingekehrt ist.
Natürlich weiß man vieles noch nicht und ist auch manchmal noch unsicher, aber man lernt doch jeden Tag etwas neues und weiß schon so ungefähr was so seine Aufgaben sind und wann man morgens kommt und nachmittags wieder geht.
Die meiste Zeit habe ich im Haus verbracht, Essen gemacht, den Bewohnern geholfen, Kniffel gespielt, vorgelesen und sowas halt.
Schön finde ich immer die Tage an denen die Bewohner und auch wir mal rauskommen.
Ich habe mich mit den Mitarbeitern schon öfters darüber unterhalten, wie traurig es ist, dass die Bewohner trotz des Engagements der Mitarbeiter die meiste Zeit zu Hause auf der Couch sitzen.
Eine Mitarbeiterin, mit der ich mich darüber unterhalten habe und die schon viele Jahre in Granly arbeitet meinte, dass es mit den Jahren schon viel besser geworden ist und das die Mitarbeiter mittlerweile auch oft mal einfach so mit einem oder mehreren Bewohnern nach Gjøvik oder Lena fahren um etwas zu essen, zu bummeln oder einen Kaffee zu trinken.
Trotzdem passiert das halt nicht jeden Tag und deshalb finde ich umso schöner, wie viele Freizeitmöglichkeiten und Angebote es für die Bewohner in Kapp, Gjøvik und allgemein in der Umgebung gibt.
Am Mittwoch war ich z.B mit zwei Bewohnern und noch einer der Mitarbeiterinnen beim Chor in der Mjølkefabrikken.
In der ehemaligen Melkfabrik gibt es viele Räume in denen Chorproben, Tanzkurse und andere kulturelle Sachen stattfinden.
Beim Chor waren viele Bewohner von Granly mit ihren Betreuern anwesend und dann ein Pianist und ein Gitarrist, die die Probe geleitet und musikalisch begleitet haben.
Die Probe ging eine Stunde und bevor es dann wieder für alle nach Hause ging gab es noch Limo und Gebäck.
Der Freitag war auch ein besonders schöner und ereignisreicher Tag (und das nicht nur weil es ein verkürzter Arbeitstag war 😉).
Morgens bin ich mit 4 Bewohnern und Mitarbeitern auf einen Reiterhof in Gjøvik gefahren um reiten zu gehen.
Jeden Freitag dürfen die Bewohner dort ca. eine Stunde einen Ausritt durch den Wald machen.
Dabei werden die Pferde immer von einem Betreuer der Bewohner oder von einem Mitarbeiter vom Reiterhof geführt.
Ich habe das Pferd von der Bewohnerin aus meinem Haus geführt, weil meine Mitarbeiterin aus dem Gamlehus ein bisschen Angst vor Pferden hat.
Mir hat es irgendwie total Spaß gemacht und der Weg durch den Wald und an Feldern vorbei war auch irgendwie total idyllisch!
Gegen 12:15 hatte ich dann auch schon Feierabend, weil Hannah und ich um 13:15 einen Termin bei der Polizei in Gjøvik für die Registrierung (UDI) hatten.
Wenn man für eine längere Zeit in Norwegen lebt, muss man sich nämlich registrieren und bekommt dann eine sogenannte "fødselsnummer".
Das ist eine individuelle, elfstellige Registrierungsnummer, die jeder Mensch, der in Norwegen lebt bekommt.
Diese Nummer trennt alle Individuen voneinander und man braucht sie für so ziemlich alle offiziellen Sachen wie z.B für die Einrichtung eines norwegischen Kontos.
Auch wenn man nur für eine begrenzte Zeit in Norwegen lebt, behält man seine fødselsnummer ein Leben lang. Ich finde die Vorstellung irgendwie total schön, dass ich auf diese Weise irgendwie für immer mit Norwegen verbunden bleibe.
Als wir so um 13:10 auf dem Polizeirevier angekommen sind mussten wir dann erstmal fast eine Stunde warten, obwohl wir extra schon aus Deutschland einen Termin gemacht hatten.
Hannah kam dann zuerst dran, kam aber schon nach kurzer Zeit mit der Mitarbeiterin von der Polizei wieder, die uns eröffnet hat, dass wir unseren Arbeitsvertrag und Unterlagen über unser Gehalt brauchen, die wir natürlich nicht dabei hatten...
Unsere LBA meinte vorher, dass wir nur unseren Pass und ein polizeiliches Führungszeugnis brauchen und unser Mentor hier hatte sogar nur vom Pass geredet.
Plötzlich brauchten wir aber noch mehr Kram und das polizeiliche Führungszeugnis hat dafür keinen gejuckt.
Jetzt sollen wir irgendwie im November nochmal anrufen und einen neuen Termin machen.
Nach kurzem genervt sein haben wir uns dann aber immerhin noch einen schönen Tag in Gjøvik gemacht und waren ein bisschen in der Mall shoppen.
Ich habe ein paar Sachen für eine Freundin gekauft, die bald Geburtstag hat und die jetzt hoffentlich nicht weiß, dass sie gemeint ist falls sie das hier liest :D.
Die Sachen habe ich dann gestern auch schon in einem kleinen Päckchen in Richtung Deutschland losgeschickt.
Gestern sind Hannah und ich dann mit dem Auto zu IKEA gefahren, worauf wir uns schon die ganze Woche gefreut hatten!
Wir sind so gegen 11:00 nach einigen Startschwierigkeiten mit dem Rückwärtsgang mit dem großen Bulli losgetuckert.
Die Fahrt war echt entspannt, weil es irgendwie immer nur geradeaus ging und die Landschaft am Rand war echt wunderschön, weil die Schnellstraße direkt am Mjøsa entlangführte.
Bei IKEA angekommen waren wir dann erstmal voll in unserem Element, weil Hannah und ich total auf so Einrichtungszeugs und Dekokrams und so stehen.
Wir haben dann echt viel Zeug wie z.B einen Teppich für unsere Zimmer, neues Geschirr (unser altes war echt ranzig), eine Pinnwand, eine Uhr und sowas gekauft und uns Mittags noch in diesem Restaurant bei IKEA ein paar Kjøtbullar gegönnt.
Alle Sachen mussten natürlich immer perfekt in unser "Farbkonzept" (you taught me well Linchen) passen, dass allgemein ziemlich rosa ist (ich hoffe das nach uns auch Mädchen hier einziehen) 😆.
Wir stehen beide eigentlich garnicht so auf rosa und pink und so aber irgendwie haben wir uns voll in diese Sache mit dem Farbkonzept reingesteigert und außerdem hat IKEA echt viele Sachen in Rosatönen, ist euch das schonmal aufgefallen? 😜
Gegen 16:00 sind wir dann wieder zu Hause angekommen und haben erstmal unsere Zimmer mit unseren neuen Sachen aufgehübscht.
Abends haben wir dann wieder unseren üblichen Gossip Girl Marathon gestartet.
Gestern ist mir wieder einmal bewusst geworden, wie toll es ist das ich mit Hannah in einem Projekt bin, weil wir uns einfach unglaublich gut verstehen, meistens einer Meinung sind und es mit ihr wirklich nie langweilig wird!
Heute wollen wir nochmal ein bisschen in Kapp rumlaufen und die Gegend erkunden.
Falls ich ein paar schöne Fotos schieße, lade ich sie auf jeden Fall später hoch ;)
Bis dahin, euch ein schönes Restwochenende
Eure Helena
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