Hei Hei,
heute bin ich nach 5 wundervollen Orientierungstagen mit meinen "Norwegern" endlich mit meiner Mitfreiwilligen Hannah in Kapp angekommen.
Vom 09.09 bis zum 14.09 haben wir 13 Norwegenfreiwilligen zusammen mit unserer Länderbeauftragten und einem ehemaligen ASF Freiwilligen, der ebenfalls in Norwegen war unsere Orientierungstage in der Nähe von Oslo verbracht.
Am Abreise bzw. Ankunftstag sind wir erst einmal von Berlin nach Oslo geflogen.
Dort angekommen mussten wir dann noch einen Zug und die Tram nehmen und schließlich noch mit der Fähre fahren.
Die Fahrt mit der Fähre hat uns dann schonmal einen kleinen Einblick in die wunderschöne Natur Norwegens gegeben.
Es hat zwar geregnet, aber am Horizont wurde es schon wieder hell und man konnte erste Sonnenstrahlen sehen... Einfach magisch!
Auf der anderen Seite des Oslofjorden angekommen, hat uns dann unsere Länderbeauftragte abgeholt und einige unserer Koffer mitgenommen, während wir mit dem Bus gefahren sind.
Nach der Busfahrt folgte dann noch ein kurzer aber abenteuerlicher Weg durch den Wald, bis wir dann endlich an unserer "hytta" angekommen waren.
Sie lag umgeben von Wald und durch die Bäume konnte man einen Blick auf den Fjord erhaschen, zu dem man nur ca. 5 Minuten laufen musste und an dem wir einige Male Lagerfeuer gemacht haben.
Nach einer kurzen Begrüßungsrunde und Programmbesprechung mit unserer LBA sind wir dann auch alle schon ziemlich früh und ziemlich fertig von Hirschluch ins Bett gefallen.
Den nächsten Tag haben wir dann erst einmal in unserem tollen Häuschen bzw. im großen, dazugehörigen Garten verbracht.
Wir haben über unsere familienbiographische Recherche gesprochen, die wir alle im Vorfeld anfertigen sollten und in Kleingruppen mit einem Puzzle die Geschichte Norwegens besprochen und anschließend mit der deutschen Geschichte verglichen.
Außerdem haben wir unsere Stadtführung durch Oslo für den nächsten Tag vorbereitet.
Dafür hat jeder eine Sehenswürdigkeit bzw. einen wichtigen Ort in Oslo mit dazugehörigen Texten zugeteilt bekommen. Jeder sollte dann über seine Sehenswürdigkeit einen kleinen "Minivortrag" für den nächsten Tag vorbereiten.
Besonders schön fand ich in Oslo immer die Abende, an denen wir alle gemeinsam gekocht haben und anschließend manchmal noch zum Fjord runtergegangen sind oder im Wohnzimmer am Kamin zusammensaßen.
Für jeden Tag wurde ein Kochteam, bestehend aus zwei Leuten festgelegt, die sich dann im Vorfeld ein Gericht überlegt haben. Gekocht haben wir dann aber immer alle zusammen :)
Am darauffolgenden Tag ging es dann schon gegen 9:30 los nach Oslo, da man schon so 45 Minuten in die Innenstadt fahren musste.
Leider hat es den gesamten Tag über in Strömen geregnet, aber unsere Stadtführung hat trotzdem echt Spaß gemacht.
Am Nachmittag haben wir dann alle zusammen das Hjemmefrontmuseum besucht und dort eine Führung vom Museumsleiter bekommen. Das Thema und das Museum an sich waren eigentlich echt spannend, aber wir waren leider schon alle etwas fertig vom Tag und allem, sodass wir nicht mehr so richtig gut zuhören konnten.
Anschließend hatten wir noch etwas Freizeit in Oslo bevor wir wieder mit der Fähre nach Hause gefahren sind.
Am nächsten Tag ging es dann erneut nach Oslo. Diesmal aber erst etwas später und nach einer Runde im Plenum, wo wir das Thema Stereotypen und Diskriminierung besprochen und in Kleingruppen verschiedene Arten von Stereotypen erarbeitet haben.
Gegen Mittag haben wir dann in Oslo das interkulturelle Museum besucht, was wirklich wirklich toll und interessant war.
Das Museum macht im Moment eine Ausstellung zum Thema Stereotypen und Vorurteile mit dem Namen "Typisch Dem" (übersetzt typisch sie).
Die Ausstellung war sehr interessant und anschaulich gemacht, da sie viel auf visuelle Dinge wie Videos, Zeitungsartikel und Bilder gesetzt hat und weniger Dinge erklärt als offene Fragen aufgeworfen hat, die zum Nachdenken angeregt haben.
Ich habe gefühlt Ewigkeiten vor so einem Bildschirm verbracht, auf dem man sich verschiedene Videos ansehen konnte, die meiner Meinung nach alle unglaublich gut gemacht waren.
Hier sind zwei Videos, die mich besonders berührt haben:
The DNA journey
Three beautiful human minutes
Nach dem Museumsbesuch haben wir dann einen kleinen Abstecher ins ASF Landesbüro gemacht, um uns ein wenig aufzuwärmen (es hat wieder die ganze Zeit geregnet) und unsere mitgebrachten Lunchpakete zu verzehren.
Danach haben wir dann den Antirasistik-Senter (Antirassismus-Center) besucht, wo uns eine der Mitarbeiterinnen einiges über ihre Arbeit berichtet hat und nebenbei noch die Wahlen in Norwegen analysiert und eine Prognose für die nächsten Jahre abgegeben hat.
Der Senter leistet wirklich eine tolle und wichtige Arbeit gegen Rassismus. Wenn ihr euch für ihre Arbeit interessiert, hier ist die website: https://antirasistisk.no
Der nächste Tag, den wir wieder in unserem Haus verbracht haben, war dann auch schon der letzte Tag. Vormittags haben wir im Plenum einige organisatorische Dinge wie Versicherung, Notfälle und Kommunikation mit unserer LBA während unseres Jahres besprochen.
Außerdem haben wir über die kommenden Seminare während unseres Jahres gesprochen und eine Reflexionsrunde gemacht.
Nach einigen Vorschlägen haben wir dann abgestimmt und uns einstimmig darauf geeinigt, dass wir unser nächstes Seminar im Januar ganz im Norden in Alta machen werden, wo ebenfalls zwei der Freiwilligen leben und arbeiten.
Anschließend hatten wir den Rest des Tages Freizeit bzw. Zeit zum aufräumen und Sachen packen.
Abends sind wir dann nochmal runter zum Fjord gegangen, wo wir ein Lagerfeuer gemacht haben.
Ein wirklich schöner Abschluss für unsere Orientierungstage.
In den vergangenen 5 Tagen sind wir als Gruppe wirklich nochmal enger zusammengewachsen, haben uns alle besser kennengelernt und angefreundet.
Da es in Hirschluch garnicht so leicht war viel zusammen zu machen, war es wirklich nochmal toll diese Zeit mit der Ländergruppe zu haben und wir haben alle schon fleißig Pläne geschmiedet uns gegenseitig zu besuchen!
Am nächsten Tag ging es dann für alle zu unterschiedlichen Zeiten los in ihre Projekte.
Anders als die Leute ganz im Norden mussten Hannah und ich zum Glück nicht fliegen, sondern haben den Zug nach Gjøvik genommen, wo wir dann von unserem Mentor Erik und einer der Bewohnerinnen abgeholt wurden.
Zu meinem Projekt und meinem Leben hier kann ich euch in ein paar Tagen bestimmt noch mehr erzählen!
Bis dann,
Helena